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Basteln - Wavetable Türklingel
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Kollege Thomas..

 und ich hatten einen alten Mp3 Stick zerlegt und wollten eigentlich
den MP3 Decoder-Prozessor Baustein MA8201 zum laufen bringen.
Nachdem wir das SMD-Teil auf einen halbwegs greifbaren Adapter gelötet hatten und
laut Datenblatt mit der richtigen Spannung etc. versorgt hatten wollten wir dem
Ding ein "Hello World" in Form eines Sinussignals entlocken das der Baustein selbst
generieren kann.

Nix, garnix.

Schnautze voll, ab in Müll damit.

Und nu?

Trotzdem wollten wir jetzt irgendein Audio-Format mit irgendeinem Baustein abspielen.

Fertige Bausteine um mit Mikro 30 Sekunden Ton aufzunehmen und wieder
abzuspielen gibt es genug.
Kollege Olli hat so einen schon sehr gelungen eingesetzt beim CQ-Caller.
http://www.dg7xo.de/selbstbau/cq-caller.html

Allerdings ist das für mich Pfennigfuchser irgendwie nicht hinnehmbar, dass ich im Jahr
2011 nen 4GB Stick für 4€ bekomme, und für 30Sekunden Kackton auch 30€ bezahlen soll.
(Oder weniger, keine Ahnung, jedenfalls zu viel)

Überlegung:

Das einfachste Audioformat ist WAV, am besten 8-bit mono.
In diesem Fall (wenn man den Header mal weglässt) beinhaltet das File nichts weiteres
als die Abfolge der Lautstärkeinformation Byte für Byte ohne irgendeine
Notwendigkeit der mathematischen Aufbereitung. Liest man die Bytes in der richtigen
Geschwindigkeit aus und gibt sie an nen 8-bit D/A-Wandler hat man am Ausgang schon die Musik.

Na Also:

Kurze Recherche im Internet ergab, daß ähnliche Projekte schon existieren.
Also scheint das auch zu gehen.

Ein AVR Mega8 hat mit 3 PWM Kanälen einen 8-Bit D/A-Wandler dessen PWM-Frequenz
je nach externem Quarz und internem Teiler bei 1MHz liegen kann.
1MHz PWM Frequenz sollte kein Problem darstellen um eine Audiosignal zu generieren
dessen Frequenz maximal bei 22.5khz liegt laut
Nyquist-Shannon-Abtasttheorem.

Der Versuch mit Bascom DOS auf ne SD-Karte zu bringen mittels SPI hat wie schon
beim SPI am MP3-Baustein NICHT gefruchtet, bin halt nur Mechatroniker :-)

Als leicht zu handhabender nichtflüchtiger Speicher ist ein 24C512 I²C-Baustein mit 46k
zwar etwas mickrig, und I²C etwas überraschend, aber bei 8KHz Wiedergabefrequenz ausreichend schnell.
Und den kriege ich  jedenfalls auch mitm AVR zum Laufen.

Bei 64Kbyte und einem Soundfile mit 8-KHz, 8-bit, Mono macht das
nach Adam Ries (NICHT RIESE) eine Nettospielzeit von 8-Sek.
Sollte also für eine Dieter-Bohlen-Line reichen.


Kleiner Verstärker ausm TDA2003 inclusive der 100% Beschaltung
aus dem Datenblatt liefert genug Lärm.
Der PWM-Ausgang vom AVR geht direkt über nen Widerstand in den Verstärker.



Musik woher und wie rein ?


Mit Winamp und dem Disk-Writer-Plugin kann man jedes Soundfile
welches man abspielt in belieber Qualität als WAV auf die Platte bringen.
Also nen MP3 abspielen und als 8bit,8KHz, Mono WAV auf die Pladde schieben.


Dann mitm Editor den Header abschneiden, sonst hört man am Anfang nen ekliges Knirschen
weil der Header stumpf als WAV wiedergegeben wird :D
Wo der Header genau aufhört ist eigentlich egal, sind dann ca. 0,01Sekunden Unterschied.


Die im Netz gratis erhältliche Software Ponyprog
kann mittels Parallelport und einem easy zu bauenden Programmieradapter
alle möglichen I²C Speicherbausteine beschreiben.


Einstellungen vornehmen, und abschicken


Fertiger Aufbau als Türklingel

Da 8 Sekunden Spielzeit nicht ganz der Knaller sind um Unterwegs mal
etwas Musik zu hören, habe ich die Idee weiterentwickelt zu ner Wavetable-Türklingel.
Ein Soundfile welches passend geschnitten auch als Loop gespielt werden kann kann
bei gedrückt gehaltener Klingel laufen. Bei einmaligem Tippen läuft es nur einmal, oder je nach
Programm mehrmals ab.

Die Schaltung ist auf Stromsparen ausgelegt, statt der Ringeling Klingel wird ein Relais betätigt welches
die Stromversorgung zur Schaltung herstellt.
Diese geht Softwaregesteuert über ein parallel geschaltetes relais in Selbsthaltung und schaltet sich
nach dem Abspielen des Sounds den Saft selbst ab.
Ausser man hält den Klingelknopf, dann hält ersteres Relais die Spannungsversorung, denn die Software
spielt den Sound gelooopt.

Wavetable

Das Ganze mal in nem tollen Gehäuse
Dazu nen Testbutton weils so einen Spaß macht.
Versorgung über 1nen 9Volt Block, oder 2 in Reihe, dann macht der TDA2003 seinen
maximalen Bumms.


Die Bimmelimm Klingel ersetzt durch den Lautsprecher einer alten Freisprecheinrichtung
(Die Elektronik hä
ngt darüber in Nachbarschaft der Spannungsversorgung des LED-Flurlichts)


FAZIT:

Klanlich sicherlich nicht mit CD zu vergleichen, aber das macht nix.
Zur Zeit werde ich von Sugarhill Gang's Rappers Delight  auf das Warten einer
unerwünschten Person vor der Tür hingewiesen.

i said a hip hop
the hippie the hippie
to the hip hip hop, a you dont stop the rock it
to the bang bang boogie, say up jumped the boogie
to the rhythm of the boogie, the beat